Navigation

Tanja Adamus

Aufbau von Prüfungsarbeiten

Aufbau einer Prüfungsarbeit

Im Folgenden finden Sie grundlegende Hinweis zum methodischen Aufbau und zur Anlage Ihrer Master-Arbeit oder Dissertation (nicht zu den Inhalten einer solchen Arbeit).

Allgemein

Die Arbeiten am Lehrstuhl sind im Allgemeinen empirisch angelegt. Es kann z.B. um die Entwicklung oder Erprobung eines neuartigen Lehr-Lernangebotes im didaktischen Feld gehen.

Einleitung

Beschreiben Sie das Problem der Arbeit. Sie können an dieser Stelle auch auf Probleme eingehen, die sich aus einer (ihrer) praktischen Tätigkeit, einem bestimmten institutionellen Kontext oder einer aktuellen bildungspolitischen Diskussion ergeben. Hierbei müssen Sie letztlich eine theoretische Frage herausarbeiten und benennen, die im Mittelpunkt der Arbeit steht.

Umfang: ca. 5-7 Seiten (ohne Untergliederung)

Theorie

Beschreiben Sie aktuelle theoretische Konzepte und Befunde, die für ihre Fragestellung relevant sind. Beschränken Sie sich auf die für Ihre Fragestellung unmittelbar relevanten Ergebnisse und vermeiden Sie es auf jeden Fall, "weiträumig" möglicherweise relevante Informationen wiederzugeben. Beginnen Sie Ihre Arbeit nicht mit Definitionen, wie z.B. "Was ist E-Learning?" Berichten Sie dagegen möglichst genau Befunde aus bereits durchgeführten Studien, die ähnlich gelagert sind, und an denen Ihre Arbeit aufsetzen kann.

Bemühen Sie sich hierzu neueste, internationale (englischsprachige) Zeitschriften zu recherchieren. Eine Übersicht möglicherweise relevanter Zeitschriften finden Sie auf unseren Seiten. Allerdings können für Ihre Fragen auch ganz andere Zeitschriften und Tagungsbände relevant sein. Die Intensität dieser Auseinandersetzung mit solcher Literatur wird ganz entscheidend zur Qualität Ihrer Arbeit beitragen!

Die grundelgende Voraussetzung für die Anfertigung einer wiss. Arbeit besteht darin, über einen guten Zugang zu wiss. Literatur zu verfügen. Tauschen Sie sich hier untereinander aus, sprechen Sie mit zustängigen Referent/innen in der Universitätsbibliothek: Der überwiegende Teil der für uns relevanten Literatur ist nur über Fernleihe und Online-Abruf verfügbar. Beachten Sie auch, dass Bücher zwar einen guten Einstieg liefern, aber aufgrund längerern Produktionszeiträume nicht unbedingt den aktuellsten Stand der wissenschaftlichen Diskussion bieten.

Wichtig ist es, ein Gefühl für die Qualität einer Publikation zu erhalten. Sie ergibt sich zunächst aus der Qualität der Zeitschrift. Zeitschriften, die im Zitationsindex aufgenommen sind (SSI), gelten als höherwertig und sollten von Ihnen besonders intensiv verfolgt werden. In unseren Themengebieten sind dies allerdings nur wenige Zeitschriften, so dass dies kein zuverlässiges Auswahl- und Bewertungskriterium ist. Als weiteres Qualitätskritierium für die Bewertung einer Zeitschrift gilt ein "peer-review" Verfahren bei der Auswahl der Beiträge. Dabei werden eingereichte Artikel mindestens zwei Gutachtern - in der Regel möglichst anonymisiert - zur Bewertung vorgelegt. Auch wenn englischsprachige Zeitschriften in der Mediendidaktik zunehmend an Relevanz gewinnen, sind auch deutschsprachige Zeitschriften von Bedeutung, nicht zuletzt weil sie auf bestimmte Besonderheiten der deutschsprachigen Diskussion und der kulturellen / politischen Rahmenbedingungen eingehen.

Benutzen Sie von Beginn an ein Literaturverwaltungsprogramm, wie EndNote oder Literat, um Ihre Literaturbestände zu verwalten. Hiermit erstellen Sie automatische und formal richtige Literaturverzeichnisse.

Der Theorieteil schliesst ab mit einer Nennung von theoreitschen Fragestellungen oder Hypothesen, die im folgenden empirischen Teil untersucht werden.

Umfang: z.B. 50 Seiten (gegliedert, Vorschlag: max. 3 Gliederungsebenen)

Methode

Der Methodenteil beschreibt und begründet, wie Sie vorgegangen sind bei der Durchführung Ihrer Arbeit. Merkmal einer wiss. Arbeit ist es, das eigene Vorgehen zu reflektieren und deutlich zu machen, dass man methodische Alternativen kennt und in Erwägung gezogen hat. Begründen Sie, warum Sie in dieser Weise vorgegangen sind. Halten Sie sich hierbei möglichst an Standards, geben Sie Hinweise auf das methodische Vorgehen anderer vergleichbarer Arbeiten: Wie bereits Mayer (2003) ...

Es ist deutlich besser, das methodische Vorgehen einer anderen - ähnlich gelagerten - Arbeit zu kopieren, als ein eigenes Verfahren "im luftleeren Raum" zu erfinden. Dies betrifft insbesondere Fragebögen: Wenn Sie einen eigenen Fragebogen entwickeln, sollten Sie deutlich machen, dass es keinen solchen bereits gibt. Um so mehr Sie Instrumente nutzen, die anderswo bereits eingesetzt wurden, um so mehr sind Sie auf der sicheren Seite! Um so mehr eigene Instrumente Sie entwickeln, um so mehr Aufwand müssen Sie in den Nachweis der methodischen Qualität dieser Instrumente und Verfahren stecken.

Stellen sie durchaus ausführlich dar, wie Sie z.B. an Ihre Testpersonen gelangt sind, wieviele Personen an Ihrer Untersuchung teilgenommen haben etc. Beschreiben Sie offen, wenn Schwierigkeiten bei der Durchführung der Untersuchung aufgetreten sind.

Der Methodenteil schliesst ab mit den nunmehr methodisch präzise formlierbaren Fragestellungen oder Hypothesen: Es wird erwartet, dass die Gruppe der Personen, die ...

Die Fragestellungen oder Hypothesen bitten nummerieren.

Umfang: z.B. 20 Seiten (gegliedert, 1-2 Ebenen)

Ergebnisse

Der Ergebnissteil berichtet die Ergebnisse, und zwar für jede Fragestellung oder Hypothese einzeln. Nennen Sie dazu die Fragestellung oder Hypothese erneut und berichten Sie dazu die Ergebnisse - ohne jede Bewertung und auch ohne (ausführlicheren) Bezug zu theoretischen Konzepten. Dies folgt erst im nächsten Teil der Arbeit.

Bei der Auswertung nutzen Sie in der Regel SPSS, für das Sie eine Lizenz benötigen. Nutzen Sie im Zweifelsfall zunächst immer einfache statistische Verfahren: Stellen Sie Mittelwerte, Streuungen, Konfidenzintervalle o.ä. dar, bevor Sie Signifikanzprüfungen vornehmen, etwa mit t-Tests oder Varianzanalysen. Für bestimmte Fragen können multivariate Verfahren, wie Faktorenanalyse oder Clusteranalyse, infrage kommen, die mit SPSS leicht durchzuführen sind. Hierzu sollten Sie sich beraten lassen. Die Qualität der Arbeit hängt nicht von der Komplexität der verwendeten statistischen Verfahren ab, sondern davon, ob die Verfahren adäquat sind.

Am Ende des Ergebnissteil erstellen Sie eine Zusammenfassung, in der Sie feststellen, welche Ergebnisse Sie zu bestimmten Fragestellungen und Hypothesen erhielten. Auch hier müssen Sie diese Fragestellungen und Hypothesen erneut nennen und erneut die Ergebnisse in Kurzform berichten, auch wenn es Ihnen mühsam erscheint. Vermeiden Sie selbst erfundene Abkürzungen oder Verweise auf Nummerierungen, wie z.B. "Im Unterschied zu Hypothese 6 beziezt sich die Hypothese 2 bei der Gruppe der HÄ ... " (Abkürzungen wie z.B. CBT oder CMS sind dagegen natürlich ok.)

Umfang: je nach Typ der Arbeit, zwischen 10-100 Seiten

Schluß

Im Schlußteil nennen Sie nunmehr erneut, was das Anliegen Ihrer Arbeit ist, was wesentliche Fragestellungen waren, wie Sie vorgegangen sind, und was Ihre Ergebnisse sind. Beziehen Sie diese Ergebnisse auf die im Eingangsteil dargestellte theoretische Diskussion und zeigen Sie auf, ob und wo sich diese Diskussion bestätigt hat und wo neue Fragen aufgekommen sind. Übrigens: Die Qualtität ihrer Arbeit hängt nicht davon ab, ob Sie vorliegende Ansätze "nur" bestätigen oder verwerfen.

Nunmehr können Sie auch darauf eingehen, ob und welche praktischen Konsequenzen dies alles haben könnte. Hierzu könnten Sie ggfs. auch eine Art Leitfaden, Gestaltungshinweise oder ähnliches entwerfen, die zentrale Ergebnisse für eine mögliche praktische Anwendung festhalten.

Umfang: je nach Typ der Arbeit, zwischen 10-30 Seiten

Zusammenfassung

Das Ganze fassen Sie dann bitte nochmal auf 2 Seiten zusammen. Bei englischen Arbeiten bitte eine deutsche Zusammenfassung hinzufügen.

Literatur

(Nur) Alle Literatur, die im Text erwähnt wird, muss zitiert werden, vorzugsweise nach Harvard-Stil / APA-Norm.

Anhang

ggfs. Rohdaten (insb. bei Interviews), in der Regel: keine Datenträger (ausser Video)

Erklärung

Die Arbeit muss eine Erklärung beinhalten, dass Sie die Arbeit selbständig verfasst haben.

Beachten Sie bitte, dass Übernahmen aus anderen Quellen, wie dem Internet, immer zu zitieren sind. Verletztungen dieser Regel führen zur sofortigen Ablehnung der Arbeit.

AnhangGröße
forschungskoll-08.pdf308.45 KB