Schüler/innen nutzen heute zusehends digitale Medien sowohl im Unterricht als auch zuhause. In dem Projekt reflektieren die Schüler/innen die Möglichkeiten des Computers für Lehr- und Lernzwecke. Sie planen Untersuchungen zur Nutzung von Lernprogrammen und Internet bei Kindern und Jugendlichen, führen diese durch und werten sie aus. Sie setzen sich dabei mit Theorien und Befunden zum Lernen auseinander und erfahren exemplarisch alle Schritte der Durchführung einer empirischen Untersuchung in den Sozialwissenschaften. Zugleich erwerben sie Medienkompetenz und reflektieren ihre eigene Computernutzung.
Computer und Internet werden zunehmend zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Lebens- und Lernwelt von Kindern und Jugendlichen. Laut KIM-Studie von 2008 verfügen bereits 90% der 13-jährigen über einen häuslichen Zugang zum Internet und verbringen im Durchschnitt bereits mehr als eine Stunde pro Tag im Internet. Dabei nutzen sie den Computer nicht nur zu Unterhaltungszwecken, sondern sehr wohl auch für Information und Lernzwecke. Diese Affinität zu Computer und Internet soll als Anker aufgegriffen werden, um Schüler/innen sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden nahezubringen und zugleich zur Reflexion über Chancen und Risiken der Mediennutzung anzuregen.
Lernenden forschen zum Thema "Lernen mit dem Computer"
Die Universität organisiert dazu mit interessierten Schulen das Schülerkolleg, in dem die Arbeitsschritte sozialwissenschaftlicher Forschung thematisiert werden und die Lernenden Einblick in die Forschungspraxis sozialwissenschaftlich ausgerichteter Bildungswissenschaften erhalten. Im Mittelpunkt steht das Thema „Lernen mit dem Computer“. Die Schüler/innen werden vor die Aufgabe gestellt bzw. angeleitet, in diesem thematischen Kontext eine Untersuchung zu planen und durchzuführen. Dies kann beinhalten z.B. eine Sammlung von Lernmedien zu bestimmten Sachthemen und ihre Bewertung anhand von Kriterien, die Planung und Durchführung einer Befragung per Fragebogen, Interview oder einer Bebachtungsstudie im Labor.
Sozialwissenschaftliches Arbeiten und Schulung der Medienkompetenz
Das Ziel ist es, dass die Schüler/innen die Vorgehensweise sozialwissenschaftlicher Methodik kennenlernen und die Schritte der Umsetzung selbst erfahren können. Dabei soll auch die Komplexität empirischer Forschung deutlich werden, und zugleich dafür sensibilisiert werden, in der Öffentlichkeit publizierte Ergebnisse empirischer Sozialforschung kritisch hinterfragen zu können.
Das Vorhaben ist auf drei Jahre angelegt. Für jedes Schulhalbjahr wird mit Lehrer/innen der beteiligten Schulen der Teilnehmerkreis und der Zeitplan festgelegt. Dabei kann eine ganze Klasse mitmachen oder einzelne Schüler/innen einer Klasse, die sich für ein entsprechendes Projekt interessieren. Im ersten Schuljahr wird mit je einer Klasse bzw. je einer Lehrperson aus den drei mit beantragenden Schulen gearbeitet. Im zweiten findet die Ausweitung auf weitere Klassen der Schulen statt und im dritten Jahr soll eine Öffnung auf weitere Schulen der Region erfolgen.
Umfragen als Teil öffentlicher Meinungsbildung wahrnehmen
Ergebnisse von Umfragen und statistischen Auswertungen sind allgegenwärtig in Medien. Sie dokumentieren gesellschaftliche Phänomene und sind doch zugleich auch immer auch Teil von öffentlicher Meinungsbildung. Der Umgang mit solchen Berichten, ihre Interpretation und Einschätzung, fällt deutlich leichter, wenn man den Prozess der empirischen Sozialforschung selbst vollzogen hat.
Grundsätze sozialwissenschaftlichen Arbeitens kennen lernen
Im Vordergrund des Vorhabens geht es deswegen darum, das Prinzip sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik an einem für die Schüler/innen motivierenden, leicht zugänglichen Gegenstand einzuführen. Inhaltlich steht deswegen das Thema „Computer und Internet“ und seine Nutzung bei Kindern und Jugendlichen im Vordergrund.
Eigene Mediennutzung reflektieren
Damit soll zugleich die Nutzung von digitalen Medien im Alltag der Kinder und Jugendlichen problematisiert werden und als Gegenstand von Reflexion erfahrbar gemacht werden. Ziel wäre es, dass die Schüler/innen auch ihre eigene Nutzung von Computern und Internet reflektieren, auf neue Nutzungsformen, etwa der Nutzung zu Lernzwecke, stoßen und digitale Medien als Lernangebot und Instrument der Wissenskonstruktion erfahren lernen.
Geplant ist es, Medienpakete für zwei Alterskohorten zu erstellen, vorgesehen sind die Klassen 7/8 sowie die Klassen 10/11. Ein solches Medienpaket umfasst
Mit der Schule wird pro Halbjahr das Vorgehen festgelegt. Das betrifft insbesondere die Frage, wie viele Schüler von welchen Klassen an dem Schülerkolleg mitwirken werden. Gemeldet werden können einzelne Schüler oder eine ganze Klasse. Festgelegt werden die Termine für vier Kollegtage an der Universität im Laufe eines Schulhalbjahres. Das Halbjahr wird abgerundet durch Auswertungs-Workshops mit Lehrpersonen, der zugleich auch Informationsveranstaltung für neue Lehrpersonen ist. Die Kollegtage werden in der Regel dienstags stattfinden.
Am ersten und letzten Kollegtag eines Schulhalbjahres werden alle beteiligten Schüler/innen der verschiedenen Schulen gemeinsam an der UDE anwesend sein. Die Veranstaltung wird (zum Teil) als Plenum durchgeführt. Die dazwischen liegenden Kollegtage sollen flexibler organisiert werden. In den Zwischenphasen zwischen den Kollegtagen bearbeiten die Schüler/ innen weitere Arbeitsaufträge, zuhause oder in der Schule - in der Regel: in Gruppen - unter Anleitung und Betreuung der Lehrpersonen ihrer Schulen.
Im ersten Schuljahr ist ein Vorlauf geplant, um Inhalte und die Abläufe organisatorisch mit den beteiligten Schulen und der Universität genau zu planen, um die Materialien (Medienpakete) anzufertigen und im Testlauf zu erproben. Inhaltlich geht es dabei insbesondere darum, mit beteiligten Lehrpersonen zu erarbeiten, wie das Thema im Unterricht inhaltlich und organisatorisch integriert werden kann und wie die Kollegtage anzulegen sind, um die Lernprozesse an Schule und Hochschule optimal abzugleichen. Am Ende jedes Halbjahres ist ein Auswertungs-Workshop mit den Personen der beteiligten Schulen und der Universität vorgesehen, um die Erfahrungen des laufenden Durchgangs festzuhalten und Verbesserungen für weitere Durchgänge anzustoßen.
Vorrangiges Ziel ist es, Schüler/innen die Vorgehensweise sozialwissenschaftlicher Forschungsmethodik nahezubringen, die Schritte der Umsetzung selbst erfahren zu lassen und dabei Interesse, Neugier und zugleich auch ein Verständnis für die Schwierigkeiten einer empirischen Sozialwissenschaft zu vermitteln.
Daraus leiten sich folgende Arbeitschritte ab:
| Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule, Krefeld Ansprechperson: Ulrich Spengler GeD i.K |
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Maria-Montessori-Gesamtschule, Meerbusch Ansprechperson: Marianne Conradi |
| Städtische Gesamtschule Kaiserplatz, Krefeld Ansprechperson: Brigitte Munsch |
Hinweis: Das Projekt ist an der Zusammenarbeit mit weiteren Schulen im Raum Duisburg interessiert.
Ansprechpersonen: