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Medienscouts – junge Nutzer für junge Nutze

Interaktive Medienangebote, wie Social Networks, Chats und Instant Messaging, werden in zunehmendem Maße von Heranwachsenden genutzt. Neben Spaß und Unterhaltung bergen solche digitalen Kommunikationsplattformen auch Risiken – so werden Belange des eigenen Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte Dritter berührt, immer wieder kommt es zu verschiedenen Formen des Cyberbullyings, und vor allem jungen Nutzern ist häufig die Langlebigkeit der online verbreiteten Informationen („einmal online, immer online“) nicht bewusst. Hier setzen die verschiedenen medienpädagogischen Maßnahmen an, die Kinder und Jugendliche – sei es unmittelbar oder mittelbar über Multiplikatoren (Lehrer, Eltern) – für einen kritisch-reflektierten, selbstbestimmten Umgang mit Medien sensibilisieren und qualifizieren wollen.

Eine vergleichsweise neue Herangehensweise ist in den Ansätzen der sogenannten Peer-Education zu sehen. Ausgegangen wird von der Annahme, dass junge Menschen lieber von Gleichaltrigen lernen und Gleichaltrige aufgrund eines ähnlichen Mediennutzungsverhaltens zielgruppenadäquat aufklären können, entwickeln sich in jüngerer Zeit verschiedene, zumeist geographisch punktuelle Peer-Education-Projekte, in deren Rahmen junge Mediennutzer/innen im Schulkontext zu sog. Medienscouts ausgebildet werden. Sie basieren auf der Grundidee, dass durch Qualifizierung einer vergleichsweise kleinen Schülergruppe weit-reichende Effekte erzielt werden können, da die ausgebildeten Scouts anschließend selbst als Referent/innen agieren und Andere qualifizieren sowie als Ansprechpartner bei medienbezogenen Fragen und Problemen zur Verfügung stehen. Die künfitgen Medienscouts sollen insbesondere:

  • ihre eigene Medienkompetenz erweitern,
  • Wissen um den sicheren Medienumgang erwerben und dazu befähigt wer-den, dieses Wissen Mitschülern zu vermitteln und sie bei Fragen zu unter-stützen,
  • nach der Qualifizierungsmaßnahme mit den anderen Scouts im Austausch bleiben und
  • ihre Kenntnisse und Erfahrungen an nachfolgende Medienscouts an der Schule weitergeben.

Vor diesem Hintergrund hat die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) das Projekt „Medienscouts – junge Nutzer für junge Nutzer“ initiiert und die Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement, in Kooperation mit Herrn Marco Fileccia, Lehrer am Elsa-Brandström-Gymnasium (Oberhausen) mit der Projektdurchführung beauftragt.

Der Grundgedanke ist, dass Heranwachsende jüngeren Schülerinnen und Schülern beratend bei ihrer Mediennutzung zur Seite stehen und Fragen, die sich für junge Nutzer rund um die Themen Social Web, Internet & Co. ergeben können, beantworten. In einer Pilotierung wurden in zehn Schulen verschiedenen Schultyps eine Auswahl an Schülerinnen und Schülern zu bestimmten Medieninhalten zu sog. Medienscouts qualifiziert und schulinterne sowie -externe Beratungsstrukturen geschaffen. Da die Medienscouts selbst noch Heranwachsende sind, bedurfte es einer Rückfallposition, d. h. die Scouts benötigten feste Ansprechpartner, an die sie sich selbst bei Fragen zu Inhalten oder zum Umgang mit an sie herangetragenen Problemen wenden können. Hierzu wurden deshalb Beratungslehrende etabliert, die ebenfalls insbesondere mit Blick auf Medieninhalte, rechtliche Grundlagen etc. qualifiziert wurden. Um auch den Beratungslehrenden eine Sicherheit in ihrer Funktion zu vermitteln, wurde ein dritter Beteiligtenkreis installiert, nämlich ein Beraterteam, welches – bestehend aus Experten zu bspw. rechtlichen und schulorganisatorischen Fragen, den Beratungslehrern unterstützend zur Seite steht.

Dieses skizzierte Projektkonzept wurde unter Berücksichtigung folgender Konkretisierungen entwickelt:

Im Rahmen des Projekts wurden bestehende Projektmodelle recherchiert und mit Blick auf die Nutzbarmachung der darin gesammelten Erfahrungswerte ausgewertet. Die Recherche konzentrierte sich auf den deutschsprachigen Raum, jedoch wurde auch der englischsprachigen Raum zumindest kurz in den Blick genommen. In einem nächsten Schritt wrude ein Pilotkonzept entwickelt, erprobt und evaluiert, das folgende Elemente beinhaltet:

  • Erarbeitung eines Qualifizierungskonzepts für die Medienscouts
  • Erarbeitung eines Qualifizierungskonzepts für die Betreuungslehrende
  • Beraterteam für die Medienscouts und für die initiierenden Lehrenden
  • Schulübergreifende Veranstaltung (Workshop) für die Medienscouts und für die initiierenden Lehrenden
  • Externe wissenschaftliche Evaluation

Das Pilotprojekt wurde von Januar 2011 bis April 2012 durchgeführt.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Projektwebseite: http://www.medienscouts-nrw.de/

Kontakt zur Universität Duisburg-Essen (Projektdurchführung):

Universität Duisburg - Essen
Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement

Forsthausweg 2 - Geb. LC
47057 Duisburg

Tel: +49 203 379 2443
Fax: +49 203 379 4499

Homepage: http://www.mediendidaktik.de

Ansprechpartner:

Richard Heinen, richard.heinen@uni-due.de
Marco Fileccia, fileccia@medienscouts.org

Kontakt zur Landesanstalt für Medien NRW (LfM):

Postfach 10 34 43
40025 Düsseldorf

Zollhof 2
40221 Düsseldorf

Tel: + 49 211 77007-0
Fax: + 49 211 72 71 70 

E-Mail: info@lfm-nrw.de
Homepage: http://www.lfm-nrw.de

Ansprechpartnerin: Dr. Meike Isenberg