
Es wurden drei Grenzen beschrieben, die sich im Kontext von Web 2.0 verändern bzw. auflösen. Wir können die Veränderung dieser "Grenzziehungen" auch für die Institutionen Schule und Hochschule untersuchen.

Analog zur Unterscheidung von „User vs. Autor“ können wir in der Hoch-/Schule von der Grenze zwischen Lernenden und Lehrenden sprechen, die sich bei Ansätzen des Web 2.0 relativiert. Die Grenze zwischen „lokal“ und „entfernt“ war für Lehrende und Lernende bislang ganz klar: „Entfernt“ ist die Hoch-/Schule, „lokal“ heißt „zuhause sein“ und mit diesen Orten verbinde ich ganz spezifische Bereiche meines Lebens. Mit ubiquitous computing verwischt sich diese Grenze: Ich kann überall lernen oder lehren oder mit Anderen privat und beruflich kommunizieren. Die konsequente Nutzung von instant messengers und anderen arwareness tools relativiert die Bedeutung des physikalischen Ortes meiner Präsenz beim Lehren und Lernen.
Und schließlich die dritte Grenze zwischen „privat“ und „öffentlich“. Lernen ist eine private Aktivität, die ich im Unterricht oder zu Hause ausführe. Öffentlich wird diese erst, wenn ich mich einer Prüfung unterziehe, nur dann wird Gelerntes öffentlich. Mit der Diskussion über konstruktivistische Ansätze und ePortfolios wird Lernen zur „Performanz“; ich lerne, indem ich bestimmte (beobachtbare) Lernaktivitäten „zeige“. Ich entwickle ein Projekt, tausche mich mit Anderen in einem Forum aus und reflektiere meine Aktivitäten in einem Blog. Der Unterschied zwischen scheinbar privatem Lernen und öffentlichen Prüfen entfällt.