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Web 2.0 und E-Learning

IG 11

Einbindung von Werkzeugen

Wie könnte eine Lernplattform der Zukunft im Lichte der Entwicklung von Web 2.0 aussehen? Welche Rolle werden Contents und Werkzeuge spielen?

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Menschen mit der zunehmend alltäglichen Nutzung des Internet eine ganze Reihe von Werkzeuge für die Bearbeitung von Informationen und die Gestaltung von Kommunikation kennen und nutzen. Außerdem ändern sich Vorlieben der User schnell und die Politik der großen Softwarekonzerne tun ihr Eigenes dazu, dass sich digitale Wissenswerkzeuge auf dem Markt durchsetzen oder ganz plötzlich verschwinden. Lernangebote sollten deswegen möglichst „werkzeugneutral“ realisiert werden.

Denn betrachtet man aus Sicht von Web 2.0, wie Wissenswerkzeuge in Lernplattformen konzipiert sind, dann erscheinen diese grundlegend fraglich angelegt. Die Aufforderung, mit dem dort jeweils inkludierten Diskussionsforum, Blog-, Chat- oder Konferenztool zu arbeiten, wäre so als ob wir von Studierenden fordern würden, sie müssten ihre Mitschriften auf kariertem Papier mit Bleistiften der Stärke HB mitschreiben und anschließend in Ordnern der Marke X archivieren.

    Ein ganz konkretes Beispiel aus meiner persönlichen Erfahrung: Sowohl unsere Studierenden, aber auch die Mitarbeitenden des Lehrstuhls sind nicht besonders interessiert daran, auf dem hochschul- bzw. lehrstuhleigenen Weblog-Server zu bloggen. Das dort vorgegebene Hochschuledesign und CI-konforme Template für das Layout bietet wenig Spielraum für den individuellen Ausdruck eigener Persönlichkeit. Doch für das Lernportal ist es hinreichend, wenn der Lerner seinen Weblog per RSS-Feed zur Verfügung stellen kann. Die Feeds aller Lernenden lassen sich leicht aggregieren und im Lernportal zusammenführen. Über diesen Mechanismus lassen sich Informationen aus dem Internet in das Lernportal hineinführen, aber genauso auch alle Informationen des Lernportals den Lernenden für ihre Anwendungen per Feed zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise wird das Lernportal zum Sammelpunkt, das schnelle Orientierung schafft, aber die Menschen nicht dazu zwingt, diese „Insel“ als den einen zentralen Ort anzuerkennen, auf dem Alles passiert. Es ist konsequent, das eine solche „dezentrale“ Organisation, den Lernenden und Lehrenden entgegen kommt.