
im Rahmen der 8. e-Learning Fachtagung Informatik – DeLFI 2010
12.-15. September 2010 – Duisburg
Social Software und andere Ansätze des Web 2.0 verfügen in Bildungskontexten über sehr hohe Potenziale und werden vermehrt in solchen eingesetzt. Lernen ist in aller Regel und insbesondere auch in informellen Lernsettings ein sozialer Vorgang, welcher durch die das Web prägenden Prinzipien befördert werden kann. Zum einen können typische Nachteile, die dem Erfolg klassischer E-Learning-Szenarien entgegenstehen, gemildert werden, zum anderen ermöglichen mit Social Software ausgestaltete E-Learning-Angebote eine Reihe weitergehender Mehrwerte gegenüber traditionellen Lernkontexten. Insbesondere erleichtern die geringen Partizipationsbarrieren Nutzern den Zugang zu Bildungsangeboten, fördern deren aktive Beteiligung und die Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Lern- und Kommunikationsprozessen und erlauben deren Analyse und Auswertung für zukünftige Lernsituationen (Metalernen).
Für einen erfolgreichen Einsatz von Web-Technologien und Social Software im E-Learning sind verschiedene Herausforderungen auf fünf Ebenen in Forschung und Entwicklung zu adressieren:
• Anwendungen: Spezielle Web-Anwendungen mit lernspezifischen Funktionalitäten sind zu gestalten.
• Interaktion: Die Bedeutung unterschiedlicher Interaktionskonzepte für Web-basierte Lernangebote ist zu erforschen.
• Technologien und Infrastrukturen: Die dem Web 2.0 zugrunde liegenden und seine Anwenderakzeptanz befördernden Infrastrukturen und Technologien sind zu entwickeln.
• Didaktik und Wirksamkeitsforschung: Didaktische Modelle, die Web-Anwendungen einbeziehen, sind zu entwickeln und deren Wirksamkeit zu erforschen.
• Organisationsentwicklung: Die Organisations- und Geschäftsmodelle von Bildungseinrichtungen sind an die geänderten Anwendungen und ein geändertes Community-Verhalten anzupassen.
Ziel des Workshops ist es, aktuelle Erfahrungen und Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren sowie zukünftige Perspektiven aufzuzeigen, die sich unter Schlagworten wie Social Software und Web 2.0/3.0 im Bildungskontext zusammenfassen lassen. Dabei sollen im Rahmen der DeLFI 2010 insbesondere technologische und gestalterische Fragestellungen sowie Praxiserfahrungen des Einsatzes von Social Software adressiert werden. Eine nicht ausschließende Auswahl möglicher Themenbereiche umfasst:
• Web-basierte Interaktion und Social Software im Lehr- und Lernkontext
o Gestaltung von neuen Web-basierten Anwendungen
o Communities und soziale Netzwerke im E-Learning
o Interaktion und Partizipation im Web 2.0
o Nutzung von Social Software in der Wissenschaft („Öffentliche Wissenschaft“)
• Gestaltung von Interaktionsschnittstellen
o Innovative Interaktionstechniken in Social Software
o Visualisierung von Communities, Lerninhalten oder semantischen Strukturen
• Web-Technologien und Infrastrukturen
o Speicherung, Verwaltung, Retrieval von Web-Artefakten (z.B. Tagging)
o Kontextabhängige Bereitstellung von Web-Artefakten, Recommender-Systeme
o Semantische Technologien des Web 3.0
o Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualitätsmanagement
o Grundlegende Kommunikations- und Kooperationsdienste (z.B. Blogs, Wikis, Microblogging)
• Didaktik und Wirksamkeit von Social Software
o Erfahrungsberichte zum Einsatz von Social Software im E-Learning
o Wirksamkeit und Lernerfolge von Web-Anwendungen
o Didaktische Modelle und Rahmenbedingungen für den Einsatz von Social Software
o Formelle und informelle Lern- und Bildungsprozesse mit Social Software
• Organisationsentwicklung
o Organisationsmodelle für den Einsatz von Web 2.0 im E-Learning
o Konzepte für den breiten Einsatz von Social Software in Bildungseinrichtungen
o Integration von Bildungs- und Arbeitsprozessen auf Basis von Web 2.0
o Rechtliche Fragestellungen
Der Workshop wird als ganztägige Veranstaltung im Rahmen der DeLFI 2010 durchgeführt. Von den Teilnehmern werden hierfür schriftliche Beiträge im Umfang von bis zu 6 Seiten erwartet (ggf. ist eine Erhöhung des der Seitenzahl möglich, für aktuelle Informationen siehe http://www.httc.de/ws-elearning-20/), die in Vorträgen von ca. 15 Minuten vorgestellt werden sollen. Wie in den Vorjahren auch soll eine Web 2.0 Anwendung unmittelbar im Workshop eingesetzt werden (2007: Mindmeister, 2008: Twittopia, 2009: CoDaCo). Alle Beiträge einer Session werden zum Abschluss der jeweiligen Session von einem Workshop-Teilnehmer zusammengefasst und gemeinsam diskutiert. Ferner ist vorgesehen, einzelne prototypische Entwicklungen in Form einer Demosession bestehend aus 3-5-minütigen Impulsvorträgen und anschließenden Poster- oder Rechnerpräsentationen vorzustellen. Abgerundet wird der Workshop durch eine Abschlussdiskussion. Die einzelnen Beiträge des Workshops werden in einem eigenen Workshop-Band der DeLFI 2010 veröffentlicht.
Interessenten für Beiträge können diese in Form eines bis zu 6-seitigen Artikels zu den zuvor genannten Themengebieten bis zum 15. Juni einreichen. Die Beiträge sind in vollständiger Fassung als pdf-Datei über das Konferenzmanagementsystem http://www.easychair.org/conferences/?conf=elearning200 einzureichen. Eine Verlängerung der Einreichungsfrist wird nicht möglich sein. Bei etwaigen Problemen wenden Sie sich bitte an delfi-ws-elearning20@httc.de.
Interessenten für die Demo-Session werden gebeten, einen 2-3-seitigen Kurzartikel über das vorzustellende System bzw. Tool und dessen Innovation sowie eine kurze, formlose Beschreibung der geplanten Durchführung der Demonstration ebenfalls bis zum 15. Juni einzureichen. Neben der tatsächlichen Vorführung konkreter Systeme und Tools besteht auch die Möglichkeit einer Video-Präsentation.
Vorgaben für die Formatierung der Artikel werden demnächst auf dem Workshop-Blog http://www.httc.de/ws-elearning-20/ veröffentlicht.
Die Einreichungen werden vom Programmkomitee begutachtet. Die Termine für die Benachrichtigung der Autoren und die Einreichung der endgültigen Fassung werden noch festgelegt und bekannt gegeben.
15.06.09: Frist für die Einreichung von Beiträgen (Papers und Demos)
Weitere Termine werden demnächst auf http://www.httc.de/ws-elearning-20/ bekannt gegeben.
Andreas Harrer
(Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Christoph Rensing
(TU Darmstadt & httc)
Steffen Lohmann
(Universidad Carlos III Madrid)
Mostafa Akbari
(RWTH Aachen)
Philipp Scholl
(TU Darmstadt)
Kerstin Bischoff
(L3S Research Center)
Claudia Bremer
(Universität Frankfurt)
Daniel Dahl
(Bayer Business Services)
Andreas Faatz
(SAP Research)
Manuel Görtz
(infoman AG)
Nina Heinze
(Institut für Wissensmedien Tübingen)
Ulrike Lucke
(Uni Rostock)
Nadine Ojstersek
(Universität Duisburg-Essen)
Ulrik Schröder
(RWTH Aachen)
Christian Spannagel
(PH Ludwigsburg)
Ralf Steinmetz
(httc)
Karsten Wolf
(Universität Bremen)
Martin Wolpers
(Fraunhofer FIT)
Sam Zeini
(Universität Duisburg-Essen)